Leipzig Data Energieprojekt


Vision: Leipziger Energiewende im Kleinen

Über die Energiewende muss nicht nur gesprochen, sie muss (in den nächsten 30 Jahren) vollzogen werden. Thomas Prauße (ehemaliger GF der Stadtwerke Leipzig) äußerte 2012 gegenüber der LVZ: “Die Energiewende verdient bisher den Namen nicht – sie ist eine reine Stromwende.” Die Energiewende ist ein komplexes und kleinteiliges Vorhaben, in dem unternehmerischer und technischer Sachverstand gefragt sind, im Großen wie im Kleinen. Für Leipziger KMU ist es wichtig, die Energiewende als kooperative Herausforderung anzunehmen, wobei netzwerkartiges Miteinander statt konkurrierendem Gegeneinander in den Vordergrund rückt. Erstrangige eigenständige Aufgabe eines solchen “Netzwerksubjekts” ist der Aufbau und das Fortschreiben einer gemeinsamen Datenbasis der energetischen Situation vor Ort in der ganzen Stadt oder Teilgebieten der Stadt Leipzig.
Dies soll auch weiterhin mit dem Leipzig Data Energieprojekt vorangetrieben werden.


Dezentrale Energieerzeugungsanlagen in Leipzig

Im Wintersemester 2013/14 wurden im Rahmen eines Projektpraktikums einer interdisziplinär zusammengesetzten studentischen Gruppe Informationen zu dezentralen Energierzeugungsanlagen, die nach §52 EEG öffentlich sind, ausgewertet und mit weiteren öffentlichen Daten verknüpft.  Die Daten liegen im RDF-Format vor, sind als Teil der Leipzig Data Datenbasis in den Wissensbasen Energiestammdaten 2012 und Energiewende-Vokabular öffentlich (auch zum kompletten Dowload) zugänglich und können über unseren Sparql Endpunkt genauer ausgewertet werden.

Die Ergebnisse des Projekts wurden in einer öffentlichen Präsentation zusammengefasst, wo auch eine Karte mit einer Übersicht über die 1300 Objekte zu finden ist. In zwei Seminararbeiten sind Erfahrungen zur Datenbereitstellung und -qualität sowie eine Recherche zu Prognosemodellen für PV-Anlagen zusammengetragen.

Einzelheiten der technischen Lösung sind als github-Projekt verfügbar.

Beteiligte Personen: Andreas Krause, Lars Eidam, Ramon Bernert, Philip Holländer, Philip Jago, Simon Johanning (Tutor)


Im Osten geht die Sonne auf

Im Rahmen des Projekts “Im Osten geht die Sonne auf” wurde erstmals versucht, die energetische Situation in einem Stadtteil auf der Basis umfassender Daten im Detail darzustellen.  Hierzu wurden in Zusammenarbeit mit der Stadt und lokalen Firmen für das Sanierungsgebiet “Leipziger Osten” auf die Ebene einzelner Häuser aufgeschlüsselte Informationen über die energetische Situation gesammelt und auf der Basis von MS Silverlight visualisiert.

Diese Ansätze wurden im Rahmen des Leipzig Data Projekts durch Transformation der damals verfügbaren Daten in RDF und Visualisierung in einer Open Street Map Karte auf der Basis von OpenLayer aufgearbeitet. Da die Qualität der verfügbaren Datenbasis von den damaligen Akteuren als gering eingeschätzt wurde, konnte es nur um die prototypische Demonstration der Möglichkeiten eines solchen Ansatzes gehen.

Mit Blick auf die bestehenden rechtlichen Risiken hat der Vorstand des InfAI beschlossen, die Daten des Leipzig Data Energieprojekts aus dem Verkehr zu ziehen. Diese Daten, die seitens der Stadt Leipzig einem Vorprojekt zur Verfügung gestellt wurden, werden seitens des InfAI unter den derzeitigen Bedingungen öffentlich nicht mehr verwendet. Die entsprechenden Demonstrationen der Möglichkeiten der Technologie sind ohne Datenbasis gegenstandslos und werden deshalb ebenfalls nicht mehr öffentlich gezeigt. Die Entscheidung fiel auch auf dem Hintergrund, dass die durch akademische Belange begründbaren Forschungsinteressen, die einer (potenziellen) juristischen Klage entgegengehalten werden könnten, im gegenwärtigen Rahmen ausgeschöpft sind und die technologischen Möglichkeiten potenziell interessierten Personenkreisen hinreichend demonstriert wurden.


Weitere Ansätze